Kommentare (5)
Zur Schreibweise:
Die Galerie schreibt man nur mit einem einfachen "l", und ebenso auch den Galeristen. Weder Schreibweise noch Aussprache noch Ethik unterscheiden ihn vom Bilderhändler ;-)
Remigius 25.03.2008
Abgesehen von der Schreibweise:
Erst neulich hat "Halawachl" um nähere Angaben zum Stoßspiel ersucht. In der Erläuterung
http://de.wikipedia.org/wiki/Sto%C3%9F_%28Gl%C3%BCcksspiel%29erfährt man folgendes: "Ein Spieler, der sog. "Bankerer" hält die Bank; beliebig viele Spieler, die sogenannte "Galerie", setzt gegen ihn. Anmerkung:
Galerie ist eine Bezeichnung für die Wiener Unterwelt; dieser Name leitet sich vom
Photoalbum der Polizei ab, das ebenfalls Galerie genannt wird; die darin abgebildeten Personen heißen
Galeristen (nach Peter Wehle: Sprechen Sie Wienerisch?, Wien 1980)"
JoDo 26.03.2008
Schreibweise
korrigiert
JoDo 14.06.2008
Peter Wehle, Kabarettist und doppelter Doktor,
beendete Jahrzehnte nach seinem Jus-Doktorat von 1939 auch ein langes Germanistikstudium mit einer überaus seriösen Dissertation über die Wiener Gaunersprache (hs. Diss. Univ. Wien 1974), in der er feststellte, dass Begriffe daraus sogleich aus dem Rotwelsch entschwinden, wenn sie von der Umgangssprache vereinnahmt wurden.
"In diesem Fall kreieren die Galeristen (= Gauner) ein neues Wort, das in ehrenwerten Kreisen schnell verbreitet ist.
Wehle beklagt das Zurückdrängen der Gaunersprache durch Resozialisierung und modernen Stafvollzug, da die Gauner und Strizzis nach der Haftentlassung nicht wie früher ausnahmslos in ihr Metier zurückkehren, sondern da und dort einen bürgerlichen Beruf ergreifen."(
http://www.buchkritik.at/kritik.asp?IDX=3199)* "Die Wiener Gaunersprache. Eine stark aufgelockerte Dissertation." Jugend und Volk, Wien-München 1977.
* "Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl". Ueberreuter, Wien-Heidelberg 1980.
* "Sprechen Sie Ausländisch? Von Amor bis Zores" Ueberreuter, Wien-Heidelberg 1982.
Koschutnig 24.12.2011
Da kleine Extra:
»Ein Galerist spaziert direkt aus dem Verbrecheralbum, welches früher Galerie genannt wurde. Doch nicht jeder x-beliebige Lump oder Vorbestrafte ist gleich ein Galerist. Ein wirklicher Galerist ist nur einer mit entsprechendem Flair, er muss sich in der Unterwelt [...] einen Namen gemacht haben.[...] Ein Galerist hat Hirn und Eleganz. Er entwischt den Nachstellungen der Polizei, ein Galerist gerät daher selten ins [sic!]
Häfen« - Hermann Gail: „Rotwelsch. Oder: Meine Sprachforschungen im Inquisitenspital.“ In: „Dialect. Internationale Halbjahresschrift für Mundart und Mundartliteratur“, hrsg. vom Internationalen Dialekt-Institut - International Dialect Institute (IDI).Bd. 1-3 (1977), S. 72f.
Koschutnig 01.02.2013