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Schlafgeher


[ Schloufgea ]

Schlafgänger, Mieter für eine Schlafstelle, war nach dem Krieg zur Zeit der Wohnungnot üblich


Wortart: Substantiv
Referenz: 0
Besser: 0
Erstellt von: HeleneT
Erstellt am: 04.07.2006
Bekanntheit: 40%  
Bewertungen: 2 0

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Kommentare (3)


D: "Schlafgänger" -
Analog zum „Fußgeher“ als einer österr. Variante des „Fußgängers“ existiert auch ein „Schlafgeher“ neben dem in D weitverbreiteten „Schlafgänger“.• »So finden sich immer wieder Inserate, dass Schlafgeher aufgenommen werden und Eltern geben ihre Kinder gegen Entgelt zur Kost zu anderen Menschen ab«, berichtet Katharina Bergmaier in ihrer das Frauenleben in Linz in der Zwischenkriegszeit betreffenden Zeitungsanalyse der oberösterr. 'Tagespost' von 1919 ( 2010) S. 23 • »Für Rosi fing nun der Ernst des Lebens an. Vater blieb den ganzen Winter bei der Hagerbäuerin als Schlafgeher. Nur am Wochenende kehrte er zu seiner Familie heim. « (Therese Weber : „Häuslerkindheit. Autobiographische Erzählungen“, Böhlau, Wien 1992, S.99
• Sowohl der „Schlafgeher“ als auch der in Österr. weit häufigere „Bettgeher“ finden sich nebeneinander in einer Zeitschrift aus dem k.k. Prag:
»Im 14. Bezirk von Wien leben 11% der Bevölkerung als Bettgeher; in Prag 14,6%. Eine sehr bedauerliche Tatsache ist, daß gerade die Haushaltungen mit Kindern häufig Schlafgeher aufnehmen.« in „Deutsche Arbeit“ , der „Monatsschrift für das geistige Leben der Deutschen in Böhmen“
, 9. Jg., Prag 1910
Ein größere Zahl an Belegen für den „Schlafgeher“ stammt jedoch aus dem bayerischen Raum, wohingegen den sehr zahlreichen österr. Belegen für den „Bettgeher“ nur ganz vereinzelt Belege aus Deutschland gegenüberstehen.
Koschutnig 06.09.2013


In D auch als "Schlafbursche" bekannt:
siehe bei Heinrich Zille "Der späte Schlafbursche"weiterhin: - http://www.schlafburschen.de/5.html - "Im Zeitalter der Industrialisierung, d.h. in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert, strömten Hunderttausende von zumeist jungen Menschen von den Dörfern in große Städte wie Berlin, Hamburg und Essen, um in den neu entstehenden Fabriken Arbeit zu suchen. Viele von ihnen hatten so wenig Geld zur Verfügung, dass sie dazu gezwungen wurden, die Betten anderer werktätigen Menschen, die sich gerade noch einfache Wohnungen in den sogenannten Mietskasernen leisten konnten, stundenweise zu mieten, während die eigentlichen Mieter in der Fabrik, als Hausdienerinnen oder auf der Baustelle beschäftigt waren. Man nannte diese mittellosen Menschen "Schlafgänger" bzw. "Schlafburschen" und "Schlafmägde", da sie sich nur zum Schlafen in den Wohnungen anderer Menschen aufhalten durften."
Compy54 06.09.2013



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