"hinein" [ von Koschutnig am 2011-05-18 15:20:06 ]
soll "iachn" in Kals/Osttirol bedeuten.
http://tinyurl.com/6yj2npq
Könnt' da ein semantischer Zusammenhang existieren?
Sicherlich keiner besteht mit dem "Irchn" des Leders für eine zünftige Lederhose:
Ban sogenndn Irchn wead s Leder gwoikt und mit Öi oda Fischtran behandlt. So wean de Hosn schää woach und schmiegsam. http://bar.wikipedia.org/wiki/Lederhosn
Da aber alles "unbekannt" ist ( "Qualität" ist eine recht unglückliche Bezeichnung!), bleibt mir nur, den Eintrag "nicht /zu/ beurteilen".
Mögliche Erklärung: "irren" [ von SeppSD am 2011-08-14 11:34:23 ]
Nachdem mir das Wort aus dem Bezirk Schärding gut bekannt ist, habe ich da einmal nachgeforscht.
Auf der Homepage der FF Oepping (Bzk. Rohrbach, OÖ) findet man in einem Mundartgedicht "am End hätten’s trotzdem neta g’iacht". Gemeint ist, sie (die Frauen) hätten doch nur gestört.
(http://www.ff-oepping.at/cms/kulturelles/index.php?pos=38&rubric=4)
Eine Leserzuschrift an die Passauer Neue Presse:
dös iacht mi = das stört mich
(http://regiowiki.pnp.de/index.php/Mundart_-_Leserzuschriften)
In einem Internetforum steht es als Redewendung aus Salzburg, Oberösterreich:
des iacht mi: das stört mich, das ist mir im Weg
(http://www.esoterikforum.at/forum/archive/index.php/t-103632.html)
Laut Google auf Facebook:
des iacht mi = mir steht etwas im Weg,
vielleicht kann uns jemand, der bei Facebook ist, mitteilen, was dort sonst noch steht, hier der Link:
http://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=248938025122612&id=225161677500247
Und ich habe auch eine mögliche Erklärung.
Es ist das Wort "irren" in der früheren Bedeutung "stören, hindern", siehe z.B. Grimmsches Wörterbuch:
http://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=irren.
Im Bayerischen Wörterbuch von Schmeller (1867) steht als Beispiel
"Ge weg, du irrst mi' da!"
(http://bsb-mdz12-spiegel.bsb.lrz.de/~db/bsb00005026/image_82, links unten)
Aus dem Kärntischen Wörterbuch von Lexer (1862):
irr'n trans. verhindern, im Wege stehn; muost mi' allwa irr'n; i' werr di' niemer irr'n!
(http://books.google.at/books?id=D3IVAAAAYAAJ&pg=PA146#v=onepage&q&f=false)
Aber das ist alles nur über "irren", warum da jetzt ein "ch" drinnen ist ("iacht"), ist eine andere Frage. Ich glaube, ich habe es ohne "ch", also z.B. "etwas iat(t)" auch schon gehört, auf die naheliegende Idee, dass das "a" ein "r" ist, bin ich nicht gekommen.
Anscheinend kennen viele nur mehr die Form "jemand bzw. etwas iacht", aber die Grundform ist nicht mehr bekannt. Deshalb wird auf einem "RegioWiki für Niederbayern und Altötting" eine meiner Meinung nach falsche Grundform "iachten" konstruiert:
http://regiowiki.pnp.de/index.php/Iachten.
Kennt jemand Formen ohne "ch", also "etwas irrt, iert, iat(t)"?
Gibt es andere Fälle, wo im Lauf der Zeit zwischen "r" und "t" ein "ch" hineingerutscht ist?
Kennt jemand Beispiele, dass "irren" noch in dieser früheren Bedeutung benutzt wird?
iad [ von SeppSD am 2011-08-31 00:14:40 ]
Ich habe dann noch ein "Missing Link" gefunden, eine Form zwischen "irrt" und "iacht", aus Schiedlberg (Bzk. Steyr-Land):
iad mi: stört mich, ist mir im Weg
(http://www.schiedlberg.bvoe.at/Mundart/mundartI.html)
"iad" wird vermutlich "irrt" sein, aber derjenige, der es aufgeschrieben hat, dürfte keine Verbindung gesehen haben, sonst hätte er es wahrscheinlich nicht so geschrieben.
Mir ist aufgefallen, dass in dem Ausschnitt oben noch ein anderes Wort steht:
neta.
Ist auf der Seite schon eingetragen, als
neta und als
netta, jeweils mit der Bedeutung "nur", so wie ich es oben auch geschrieben habe.