Kommentare (2)
Also:
Die Sache ist die:
In der Zeit vor dem "Zweiten Vaticanum", einer Zeit, der ich keine Träne nachweine (unmaßgebliche Bemerkung ds Verfassers, aber, was soll´s, in der Zeit bin ich aufgewachsen) waren Litaneien der übliche Baustein der abendlichen Andachten. Die verbreitetesten davon waren die "Laurentanische Litanei" und die "Allerheiligenlitanei", die (zweitere) hauptsächlich aus der Anrufung diverser Heiliger bestand.
Das ging so:
Heilige Maria, bitte für uns.
Heilige Gottesgebärerin, bitte für uns.
... und so weiter, und so weiter ...
auf Latein:
Sancta Maria,
ora
pro nobis. Sancta Dei Genetrix,
ora
pro nobis Sancta Virgo virginum,
ora
pro nobis.... und das geht so weiter, fast bis "ad infinitum" ...
Daher hat sich die Bezeichnung "Pro nobis" für eine nicht endenwollende "Litanei" eingebürgert.
JoDo 12.11.2007
Interessant, aber das habe ich (in der Bedeutung!) noch nie gehört.
Besonders interessant die österreichische "Intonation" des Wortes, die dem Ganzen einen etwas belächelnden, fast abwertenden Touch gibt. Aber die Litaneien selbst, die kenne ich, allerdings nicht aus Österreich vor dem II. Vatikanum (wo ich natürlich auch schon gelebt habe), sondern aus Italien danach. Dort kann man das immer noch erleben, dass Unmassen (meist alte Frauen) bei Kerzenschein vor einem Nebenaltar knien und dieses "adinfinite" Gebet in voller Länge heruntersingen (ja, singen!). Allerdings können die Italiener keine Endkonsonanten aussprechen und meine "Damengruppe" sang daher "nobi" statt "nobis". Aber ein beeindruckendes Erlebnis.
Brezi 13.11.2007