Kommentare (3)
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http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Fußgeher-Schild.JPG JoDo 16.04.2007
Zu-Fuß-Geher sind's!
Die Leute fahren Auto, fahren Rad, laufen Schi, doch wer geht Fuß?
Mit "Falsch" müsste diese schauderbare Wortbildung eigentlich bewertet werden, doch geht's halt nicht ums Wort selber, sondern um den Eintrag."Im Bayerischen Wald gibt's einen Friedrich-Nietzsche-Wanderweg", denn: "Nietzsche war ein begeisterer
Zu-Fuß-Geher. Und diese Leidenschaft hat ihn als jungen Mann sogar in den Bayerischen Wald geführt."
http://www.bayerischer-wald.org/poi/detail/294791995 erschien hingegen ein Buch des österr. Verkehrsplanungsgurus Hermann Knoflacher: "
Fußgeher- und Fahrradverkehr. Planungsprinzipien."( Böhlau Verlag Wien, 1995).
Ich
fremdschäm' mich für dieses Nachäffen einer bürokratistorischen Sprachuntat durch einen engen Landsmann! Wäre der Frevel nicht nachweislich viel, viel älter, hätte er seinen Ursprung durchaus im Villacher Fasching haben können.
Der "Fußgeher" ist allerdings nicht, wie man vermuten möchte, eine junge Bürokraten-Erfindung analog zu Auto- und Radfahrer. Nicht einmal rein österreichisch ist er:
In Baiern (damals noch nicht mit -y- geschrieben!) hat's ihn sogar schon im 16. Jh. gegeben: In einer Sammlung „catholischer Vnderweysungen“ („Promptuarium Morale, Das ist, Sittliche Speißkammer...“ , Ingolstadt 1597) taucht der „Fußgeher“ auf, und aus dem 18. Jh. finden sich mit Google-Büchersuche 3 Predigtsammlungen aus Augsburg (1707, 1735 und 1765 ). - Ich mag ihn trotzdem nicht, den "Fußgeher"!
Koschutnig 06.09.2013
Karl Kraus hatte nichts gegen Fußgeher:
»Es ist gewiss wahr, dass die Wiener Fußgeher die einzige Qualität, die von ihnen verlangt wird, nicht haben, nämlich gehen zu können. Dieser Satz von Karl Kraus steht in dem bei Suhrkamp erschienenen, von Christian Wagenknecht herausgegebenen Band "Kanonade auf Spatzen"«
source: Franz Schuh,"Die verträumten Selbstmörder von Wien", Die Zeit, 02.05.2002
Die Fackel 10:
».. oft müssten die Arbeiter der Schuckert-Werke, um rechtzeitig in die Fabrik zu kommen, über die dort stehenden Züge hinwegklettern. Es wäre notwendig, dass die Stelle eingeplankt werde oder daß ständig ein Wächter dort stehe, der die
Fußgeher auf die Gefahr aufmerksam mache.« (31.12.1904)
Auch Peter Rosegger waren die Fußgeher nicht fremd: »Ein anderer läutete mit dem Glöcklein, wohl ein Zeichen für die
Fußgeher, auszuweichen..« ("Milde siegt" in: "Das Sündenglöckchen", 1903)
* »Der durch wenige
Fußgeher ausgetretene Pfad war holperig im tiefen Schnee, und es ist nicht immer leicht, nach den Fußstapfen unserer Vorderen zu wandeln« ("Als ich die Christtagsfreude holen ging" in: "Als ich noch der Waldbauernbub war. Jugendgeschichten aus der Waldheimat")
Koschutnig 03.10.2013