2.5 stars - 2 reviews5


Ohrenschlüpfer

der, -s, Ohrenschlüpfer
[ uanschliafa ]

Ohrwurm, Ohrenkneifer, Tiere der Gattung Forficula


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Dialekt
Referenz: 0
Besser: 1855
Erstellt von: System32
Erstellt am: 10.10.2005
Bekanntheit: 0%  
Bewertungen: 2 1

Dieser Eintrag wird nicht ins Wörterbuch kommen.

Kommentare (2)


Legende
Ein Aberglaube besagt, dass Ohrenschlüpfer in die Ohren kriechen können, mit ihren Schwanzzangen das Trommelfell zerschneiden und so ins Gehirn gelangen können. Natürlich völliger Unsinn.
System1 10.10.2005


Sprach Goethe österreichisch?
Aus einem "Brief an Bettinen" (=Bettina von Arnim): »...der Abend beim Souper, wo er [der Herzog] dem Ohrenschlüpfer den Pfirsich hinhielt, dass er sich darin verkriechen sollte, und wie jemand anders das Tierchen vom Tisch herunterwarf, um es tot zu treten; er wendete sich zu mir und sagte: "So böse sind Sie nicht, das hätten Sie nicht getan!" – Ich nahm mich zusammen in dieser kitzligen Affäre und sagte: "Ohrenschlüpfer soll man bei einem Fürsten nicht leiden"; er fragte: "Hat man auch die zu meiden, die es hinter den Ohren haben, so muss ich mich vor Ihnen hüten" « (Bettina von Arnim: "Goethes Briefwechsel mit einem Kinde", 1835 ) Im Hinblick auf die angegebene Aussprache sollte der Eintrag "Ohrenschliefer" lauten. Zahlreiche Beispiele existieren für eine solche "offizielle" Schreibung.Mit dem "Ohrenschlüpfer" war Goethe in Deutschlad ja nicht allein:*
Der "Herzoglich-Zweybrückische geistliche Rath" Wolfgang F. Bermiller erteilt 1791 in der ZS „Der kluge Landwirth“ seinen Rat, die „Ohrenschlüpfer (Ohrenhöhler)“ »wie die Ameisen in Gläsern, auch Ochsen- Kühehörnern, und Schaf- und Hammelsklauen, die man an die Bäume hängt, und mit süßem Wasser füllt« zu fangen.
* Bei Joseph v. Görres, dem berühmten Koblenzer Publizisten des Vormärz, findet er sich: »die Schnirkelschnecke steigt bedächtig auf und nieder, und Ohrenschlüpfer und Kelleresel und Schaben sitzen in allen Sprüngen in der Rinde. « (Die Wallfahrt nach Trier , 1845) * und ein Jh. später bei Hans Carossa: »… verhärtete dagegen mein Herz gegen hässliche dunkle Geburten, wie Maulwurfsgrillen, Ohrenschlüpfer, Tausendfüßler,.. « („Eine Kindheit“, 1944)
Koschutnig 23.06.2013



Neuer Kommentar


Melde Dich an und erstelle einen neuen Kommentar.
Anmelden



Facebook   Xing   Twitter

Impressum | Nutzung | Datenschutz

Das Österreichische Volkswörterbuch ist ein Verzeichnis von österreichischen Wörtern. Als Volkswörterbuch stellt es nicht nur die Sprache der Bevölkerung dar, sondern bietet jedem die Möglichkeit selbst mit zu machen. Momentan sind über 1400 Wörter im Wörterbuch zu finden und über 10.000 Wörter wurden schon eingetragen.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Im österreichischen Volkswörterbuch gehen wir weiter und bieten eine einzigartige Sammlung von Dialekten, Austriazismen und generell wichtigen Wörtern in Österreich. Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig. Die Seite unterstützt auch Studenten in Österreich, insbesondere für den Aufnahmetest Psychologie und den MedAT für das Medizinstudium.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch einige regionale Dialektformen, hier besonders bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom BMBWF mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Dienste sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als Regelwerk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprache interessierten Personen.