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Manner-Seite

die,
[ mauna-sàjddn ]

Epistelseite


Wortart: Substantiv
Referenz: 0
Besser: 0
Kategorie: Technische Begriffe
Erstellt von: Remigius
Erstellt am: 13.05.2008
Bekanntheit: 0%  
Bewertungen: 0 1

Dieser Eintrag ist noch nicht Teil des Wörterbuches.

Kommentare (2)


Die Manner-Seite - eine Epistelseite; soweit i.O., doch dürfte das wohl nicht jedem verständlich sein.
Zunächst dachte ich mehr an eine solche Seite: http://www.manner.com/?idp=693&hxpage
Doch das ist wohl nicht gemeint. Eine genauere Erläuterung ist also notwendig.
Epistelseite heisst diejenige Seite des Altars, welche links von dem auf dem Altare stehenden Kruzifixe ist, also gewöhnlich die südliche; von der auf dieser Seite befindlichen Kanzel wird die Epistel verlesen.
Quelle: Götzinger, E.: Reallexicon der Deutschen Altertümer. Leipzig 1885., S. 154.
source: Epistelseite - Zeno.org

Wikipedia liefert noch mehr:
Als Epistelseite bezeichnet man in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus der römisch-katholischen Kirche die rechte Seite eines Hochaltars. Auch bezeichnet man umgangssprachlich die rechte (bei geosteten Kirchen die südliche) Seite einer Kirche als Epistelseite (volkstümlich zuweilen „Männerseite“ genannt). Die traditionelle Einteilung der Kirchenbänke in eine Männerseite (rechts) und eine Frauenseite (links) ist kaum mehr üblich.
source: Epistelseite - Wikipedia

Meine Frage hierzu: ist die „Manner-Seite“ der auf Wiki genannten „Männerseite“ gleichzusetzen?
Mich macht allerdings stutzig, dass die „Manner-Seite“ unter die Kategorie Technische Begriffe fällt.
Außerdem wird bei Eingabe von „Manner-Seite“ in die Suchmaschine die Aufmerksamkeit auf spezielle „Männerseiten“ mit entsprechendem Inhalt gelenkt ;-)
Weiß jemand etwas näheres zu sagen?
Compy54 23.05.2015


Ja, Compy, wärst du ein Österreicher, hättest du bei den "Mannern" auch an die tirolischen "Mander" gedacht ("Mander, 's isch Zeit!" - Andreas Hofer am Morgen des 13. August 1809) - da wär dann alles klar:

Eingeladen zum Kirchenbesuch waren die Männer schon auch, die „Manderseite“ in der Kirche war ja nicht leer, aber ein Grüppchen hat man immer heraußen vor dem Kirchplatz stehen gesehen, in wichtige politische oder nachbarschaftliche Gespräche vertieft
source: Helmut Guggenberger, Paul Guggenberger's Handlung. Eine Familiengeschichte (2007)

Dann gab und gibt es noch den Opfergang beim Requiem. Meist beginnt die Manderseite mit dem Opfergang, und zwar die Verwandten zuerst
source: Tiroler Volksbrauch im Jahreslauf (1967)
Was dich freuen wird: Die „Mannerseite“ findet sich auch in einer bei Göschen in Leipzig verlegten Übersetzung aus dem Englischen - nahe dieser "Mannerseite" hat's allerdings, da von Krankenhäusern die Rede ist, eher selten ein Epistelverlesen gegeben:
Es sind daher auch große Spitaler öfters in die Mannerseite und Weiberseite abgetheilt.
source: John Howard's Nachrichten von den vorzüglichsten Krankenhausern und Pesthausern in Europa Leipzig 1791)

Koschutnig 24.05.2015



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