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In D schon lange üblich Punkte in "Flensburg", naht in Ö bald ähnliches...
Risikolenkern geht’s an den Führerschein
In Österreich kommt ein Punkteführerschein. Für Verkehrssünder gibt es Schlechtpunkte ..bzw. „Risikofaktoren“. Damit will man Wiederholungstäter einbremsen.
Namen hat das Kind zwar noch keinen, aber auch in Österreich wird es schon bald eine Art Punkteführerschein geben. Ein entsprechender Gesetzesentwurf des Verkehrsministeriums ging gestern in die Begutachtung. „Egal, ob Punkteführerschein oder Vormerksystem für Wiederholungstäter – mit diesem Entwurf wird ein wesentlicher Schritt gegen Hochrisikolenker unternommen“, betont Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Das Ziel ist hoch gesteckt: Bis 2010 soll die Zahl der Verkehrstoten um 50 Prozent gesenkt werden.
Albert Kreiner vom Verkehrsreferat der Kärntner Landesregierung wirkte in Wien am Zustandekommen des Gesetzesentwurfs mit. Auch wenn er nicht alle Details kennt, weist er auf einige markante Punkte hin: Während man in Deutschland jahrelang Punkte sammeln kann, bis Konsequenzen drohen, funktioniert das österreichische System anders. „Wenn ein Lenker wegen eines schweren Delikts im Zentralcomputer vorgemerkt ist, erhöhen sich schon beim nächsten Erwischtwerden die Strafen“, erläutert Kreiner.
Faktoren statt Punkte
Es gibt einen zweiten gravierenden Unterschied: In Deutschland sammelt man Punkte bei jedem noch so kleinen Vergehen. In Österreich heißen die Punkte zunächst einmal „Risikofaktoren“. Diese werden nur bei schweren Delikten verteilt, nicht aber für Parksünder und Ähnliches (zur Liste der Risiko-Delikte und der Konsequenzen siehe rechts).
Jedem dieser Delikte wird ein Risikofaktor zugeordnet – und zwar zwischen 0,3 und 0,5. Die Verstöße werden addiert. Lenker mit einem Risikofaktor von 1,2 haben einen Termin beim Strafreferenten der Polizei oder der BH. Er kann zur fälligen Strafe Zusatzmaßnahmen anordnen.
Wer den Faktor 1,5 erreicht, muss ein Jahr den Führerschein abgeben. Und zwar zusätzlich zu einem auf Grund des Delikts ohnehin verfügten Führerscheinentzugs! „Das klingt dramatisch“, sagt Kreiner, „aber man sollte bedenken, dass jeder Autofahrer auch wieder Risikofaktoren abbauen kann.“
Das Senken des Risikofaktors funktioniert auf verschiedene Weise: Wer sich ein Jahr lang nichts zuschulden kommen lässt, wird automatisch um 0,2 Faktoren zurückgestuft. Jeder Lenker, der freiwillig ein Fahrtechniktraining absolviert, verliert 0,1.
shadow 08.10.2007