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Ankeruhr



eine Wiener Sehenswürdigkeit


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Erstellt von: Brezi
Erstellt am: 10.08.2007
Bekanntheit: 95%  
Bewertungen: 4 0

Dieser Eintrag sieht prinzipiell nicht schlecht aus aber es ist noch mehr Information nötig. Alles Kommentare und Bewertungen sehr erwünscht.

Kommentare (4)


Ein Juwel des Jugendstils
Die Ankeruhr (benannt nach der gleichnamigen Versicherung, die im angrenzenden Haus ihre Generaldirektion hat) wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschaffen. Es handelt sich um ein riesiges Exemplar einer Uhr, die sich nahe dem Hohen Markt (und von dort aus am besten einsehbar) hoch über der schmalen Rotgasse brückenartig von einer Hauswand zur anderen spannt. Charakteristikum: 12 Figuren, die berühmte historische Figuren Österreichs darstellen, durchlaufen (als Minutenzeiger - unterhalb ist eine Skala!) langsam die Stirnseite des Kunstwerkes, jede Stunde eine neue. Das Hauptspektakel ist aber das Aufspielen des Musikwerks um 12 Uhr Mittag. Dann erklingen auf einer automatischen Orgel 12 Melodien und alle 12 Figuren defilieren vor der riesigen Menschentraube, die sich (zum Leidwesen der Anrainer) um diese Zeit regelmäßig an der Ecke ansammeln. Wer dort in der Nähe arbeitet, ist gut beraten, sich sein Essen für die Mittagspause davor oder danach zu besorgen. Um 12 gibt es kein Durchkommen mehr (ist aber auch verständlich, denn die Ankeruhr ist eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges und sollte auf der Besuchsliste von Wien-Urlaubern nicht fehlen). Die Melodien für die Orgel hat übrigens der berühmte Wiener Organist und Komponist Hans Haselböck arrangiert. Details zu Figuren und Liedern kann man einer Bronzetafel entnehmen, die in die Hauswand eingelassen ist. Auch die Anker-Versicherung hat im Foyer einen Informationsfolder aufliegen (soferne sie ihr Hauptquartier noch am Hohen Markt hat - viele Versicherungen sind ja derzeit groß im Verlegen von Standorten). Für Dezember-Touristen: in der Adventzeit (auf Bundesdeutsch: Adventszeit) kann man die Orgel auch um 18 Uhr hören. Das ist erst eine Drängerei, denn dann stehen auf dem Hohen Markt auch Punschstände und zur ausländischen Menschentraube gesellt sich noch eine sehr angeheiterte inländische.
Brezi 10.08.2007


Um Kritiken zuvorzukommen
Ich bin eher bekannt dafür, mich gegen zu viele Einträge zu sperren, die topografische Begriffe betreffen. Aber weil (im Zuge der Kommentare um die Wörter Gstaubtes und Glattes) das Wort Anker so oft gefallen ist, glaube ich, hiermit einiges an Missverständnissen ausräumen zu können. Zudem ist das Wort "Ankeruhr" auch stärker als andere Eigennamen dem Risiko ausgesetzt, gar nicht für den Namen einer Sehenswürdigkeit gehalten zu werden. Was weiß man schon? Könnte ja genau so gut eine Uhr sein, bei der halbstündlich statt eines Kuckucks ein Anker aus dem Türl kommt :-)
Brezi 10.08.2007


noch gefunden:
Die im Jugendstil gestaltete Uhr zeigt ein reichhaltiges Figurenprogramm, dessen Konzeption auf die Vergänglichkeit des Lebens und damit wohl auf den Abschluss einer entsprechenden Versicherung hinweisen sollte. Die Brücke wird von vier Konsolen getragen, mit den Figuren Adam und Eva bzw. Engel und Teufel. Der Mittelbau wird von der Sonne und den Figuren Leben und Tod gekrönt. Die Uhr misst vier Meter im Durchmesser, das Mosaik auf dem Ziffernblatt zeigt das Wappen der alten Wiener Bürgerfahne sowie zwölf Wappenschilde mit Symbolen aus Berufswelt und Privatleben. Vor dem Mosaik ziehen im Lauf von zwölf Stunden zwölf Figuren aus der Geschichte Wiens mit musikalischer Untermalung vorbei: Marc Aurel (1 Uhr), Karl der Große (2 Uhr), Leopold VI. (3) Walther von der Vogelweide (4), Rudolf I. und seine Gattin Anna (5), Hans Puchsbaum (6), Maximilian I. (7), Johann Andreas von Liebenberg (8), Ernst Rüdiger Graf Starhemberg (9), Prinz Eugen (10), Maria Theresia, Franz Stephan von Lothringen (11) und Joseph Haydn (12). http://www.wien-vienna.at/blickpunkte.php?ID=1271
Sogar zu einem eigenen Wikipedia-Artikel hat es die Ankeruhr gebracht: http://de.wikipedia.org/wiki/Ankeruhr
JoDo 10.08.2007


"Um Kritiken zuvorzukommen"
Markennamen: Erstens habe ich damit angefangen, zweitens stehen Worte wie OBI und Allibert sogar im Buch.
Topografische Begriffe: Mit Maß und Ziel, warum nicht? Jedes mit einem Namen versehene Denkmal als Wort einzutragen, wird vielleicht übers Ziel geschossen sein, aber man kann ja immer noch löschen ...
JoDo 10.08.2007



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