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vergessen auf (jmdn, etw.) - vergessen (jmdn., etw.)
| Österreichisch : | vergessen auf (jmdn, etw.) | | Deutsch : | vergessen (jmdn., etw.) | | | | Eingereicht von : | drschaeffera ( Region : Bayern) | | Eingereicht am : | 2006-08-08 08:52:51 | | Verwendung : | ugs | | | | | Kategorien : noch keine Kategorie | | | | | | Aufrufe : | 16746 mal |
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 | Österreichisches Verzeichnis: |  | |
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 | Kommentare: |  | | Das muss etwas genauer erläutert werden: [ von Brezi am 2007-06-08 16:02:34 ] Wenn Herr oder Frau Österreicher sagen: auf etwas vergessen, dann meinen sie ein kurzzeitiges Nicht-Daran-Denken. Wenn sie sagen: etwas vergessen, dann haben sie das Betreffende entweder wo liegen lassen oder ganz aus ihrem Gedächtnis verloren. *** Paar Beispiele: "I hab auf mei Tant vergessen" könnte zum beispiel bedeuten: ich habe beim Versenden der Geburtstagseinladungen nicht an sie gedacht, sie übergangen. "Mei Tant hab i vergessen" hieße eher, der Sprecher hat sie aus seinem Gedächtnis verbannt. *** "Auf ein Gedicht vergessen" kann zum Beispiel ein Dichter während einer Lesung, weil er sein Manuskript überblättert oder nicht ganz bei der Sache ist. Wenn er aber das Gedicht "vergessen hat", hieße das, dass er es nicht mehr auswendig hersagen kann. *** Oder: "Seinen Mantel vergessen" kann man zum Beispiel im Kaffeehaus, besonders leicht, wenn man dort zu später Stund' nicht nur Kaffee konsumiert hat. "Auf seinen Mantel vergessen" kann man zum Beispiel beim Kofferpacken. *** Wie ich schon einmal in einem Beitrag bedauert habe, ist diese praktische Unterscheidung in der Schriftsprache noch immer bei vielen verpönt. Auch Friedrich Torberg hat sich in einem halben Kapitel seiner "Tante Jolesch" daruber breit gemacht und eher zu den Puristen gehalten. Ich hingegen finde: zwei Bedeutungen, zwei Wendungen, das ist doch mehr als praktisch. Außerdem ist sogar in manchen legistischen Texten "lebende Sprache" als eine Sprache definiert, die sich im Laufe ihres Gebrauchs verändert!!! Natürlich soll der Duden nicht gleich jeden Versprecher oder jede aus Dummheit entstandene Kontamination/Mutation oder was immer in den Bereich "korrekt" aufnehmen. Aber was sich als praktisch und irgendwie logisch herauskristallisiert, hat er schließlich am Ende doch noch immer übernommen und nicht am "Falsch" festgehalten. Und wenn wir Österreicher einmal den übrigen Deutschsprachigen eine Bedeutungsnuancierung voraus haben, soll uns das doch eher recht sein. Finde halt ich. | |  | |  |
 | Beurteilungen: |  | | 2006-08-08 17:25:46(Wien 19.,Döbling): Qualität=2: Bekanntheit=100% 2006-12-16 00:19:45(Wien 12.,Meidling): Qualität=2: Bekanntheit=100% 2007-06-08 16:10:19(Wien 15.,Rudolfsheim-Fünfhaus): Qualität=2: Bekanntheit=100% Um diese Wendung sollte uns der Rest der Welt neidig sein!!! 2008-09-03 13:14:38(Wiener Neustadt(Stadt)): Qualität=0: Bekanntheit=80%
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