Kommentare (4)
Drahtbinder
Rastelbinder mit Besenbinder zu übersetzen ist m.M. nach falsch. Es müsste Drahtbinder heißen. Die Drahtbinder erzeugte Gebrauchs- und Ziergegenstände aus Draht und kamen meist aus der Slowakei (Gegend um Zilina), waren aber auch unter den Burgenlandroma
vertreten. Ein Rastel ist ursprünglich ein aus Draht geflochtener Untersatz für heiße Bügeleisen und Töpfe. Aber v.a. auch Siebe Knödelschöpfer etc. wurden von den meist als Wanderhändler umherziehenden Rastelbindern verkauft, wobei sie meist auch Reparaturen vornahmen. Eine Spezialität war auch das wieder zusammen setzen zerbrochener Töpfe, die mit Drahtgeflecht überzogen wurden und wieder wasserdicht waren .
System1 05.10.2006
Auch Rasselbinder
Ein Rastelbinder (auch Rasselbinder) hat NICHTS mit Besenbinder zu tun. Rastelbinder ist/war ein Metallberuf der nicht mit "heißen Eisen" zu tun hatte, sondern mit "kaltem Eisen". Sie stellten Siebe und Drahtgestelle her und reparierten sie auch (zu den Kesselflickern sagte man ebenfalls Rastelbinder). Sie zogen früher meist als Wanderhandwerker (oft Zigeuner) von Ort zu Ort und boten ihre Dienste an.
Heute wird dieses Wort meist für quirlige Kinder verwendet, die nicht lange ruhig sitzen können.
Hoerersdorf 25.06.2011
Zustimmung zu Kommentar Hoerersdorf
bei uns Rasselbinder; im übertragenen Sinne sagt man das auch heute noch zu fremden, meist ungepflegten Menschen: "der schaut aus wia a Rasslbinder", was wohl aus der damaligen Angst vor dem fahrenden Volk der Zigeuner erklärbar ist, die - wie Hoerersdorf schreibt - mit diesen Berufen ihr Geld verdienten.
biba 26.07.2012
www.burgenland-roma.at/roma2000alt/kids/a12-rastel.htm
Während die Romaschmiede das glühende Metall verarbeiteten, bearbeiteten die Rastelbinder Eisen und Blech in kaltem Zustand (durch Hämmern, Schneiden ...
Anton.Koschi 06.08.2014