Redewendung [ von joeditt am 2007-06-15 01:44:33 ]
do is ma (eam/ia) de Lod obegfoën
= da ist mir (ihm/ihr) die Kinnlade hinuntergefallen; da habe ich (hat er/sie) sehr gestaunt
gö, do foët da de Lod obe
= gelt, da fällt dir die Kinnlade hinunter; gelt, da staunst du
(Anm. zur Artikulation: "oë" [gerade noch kein "oä"] gilt für Wien und Umgebung, sonst in Österreich und Bayern i. allg. "oi" [foën = foin, obegfoën = obigfoin, abigfoin])
Anwendung: Beschreibung tatsächlich starker Verblüffung - oder geringeren Staunens, aber in Slang-gemäßer Übertreibung
Übersetzungen
a) Lade bei Fuß
- ugs., mittel- bis norddeutsch, preußisch-militaristisch inspiriert
b) Staunen mit offen gebliebenem Mund (& alle Variationen)
- Schriftsprache, gesamter deutschsprachiger Raum
Die oe-Transskription gefällt mir sehr gut! [ von Brezi am 2007-07-08 16:45:21 ]
Tatsächlich werden im Wienerischen -al- und -ol- geringfügig anders ausgesprochen (woed, hoiz), wobei auch die Qualität des o nicht ganz ident ist (im ersten Fall offener). Das ist aber den wenigsten bewusst. Der Unterschied ist etwa so gering wie der zwischen den Nasallauten in frz. "Verdun" und "chagrin", der von Non-Natives meist vernachlässigt wird.