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Marktgemeinde Rudersdorf



Marktgemeinde Rudersdorf

Einwohnerzahl: 2168
(Stand: 2005-12-31)
PLZ: 7571
KFZ: JE
Höhe: 248m
Rudersdorf ist eine Marktgemeinde im Burgenland im Bezirk Jennersdorf in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist ''Radafalva''.

Geografie



Die Gemeinde liegt im südlichen Burgenland nur von der Lafnitz (Fluss) von der Steiermark getrennt. Die Ortsteile der Marktgemeinde sind Rudersdorf und Dobersdorf.

Geschichte



Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Radafalva verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. Marktgemeinde ist Rudersdorf seit 1991 (durch VO 81).

Entstehung des Ortsnamens "Rudersdorf"



Für die Entstehung des Ortsnamens „Rudersdorf“ gibt es gleich mehrere Theorien. Die erste Erklärung ist sehr einfach: In alten Zeiten war zwischen Fürstenfeld und dem heutigen Rudersdorf ein See gelegen, an dessen Ufer die Fürsten von Fürstenfeld ein Jagdschloss und ein großes Jagdrevier hatten. Da die Fürsten zum Schloss hinüberruderten, benannte man das um das Schloss herum entstandene Dörflein "Rudersdorf".Nach einer anderen Version wird Rudersdorf vom Personennamen Ruodolf, ungarisch Rodolf, abgeleitet, ausgehend von der alten Namensform Ruodolvesdorf = „Dorf des Rudolf“. 1391 scheint Rudersdorf unter der magyarischen Bezeichnung "Radofalva" in der von König Sigismund für Ladislaus von Sáró bestimmten Urkunde auf. Die Zollstätte Rudersdorf war ein sogenanntes Dreißigstamt. Dreißigstämter waren ehemalige ungarische Zollstätten entlang der westlichen Grenze. Die Bezeichnung "Dreißigst" geht darauf zurück, dass man bei der Einfuhr und später auch bei der Ausfuhr den dreißigsten Teil einer Ware als Zoll einhob. Diese Verzollung wurde unter dem ersten ungarischen König Stefan eingeführt. Schon im Mittelalter, um 1336, war Rudersdorf eine Dreißigststelle und ein Mautplatz. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Dreißigstamt in Rudersdorf aufgelassen. Rudersdorf gehörte bis etwa 1380 zur Burg Güssing.

Geschichte des Ortsteiles Dobersdorf



Dobersdorf wird das erste Mal im Jahre 1157 im Stiftsbrief des Güssinger Grundherrn Walfers schriftlich erwähnt. Der deutsche Name Dobersdorf geht auf die slawische Form „Dobrovnuk“ zurück und bedeutet Walddorf oder Waldhütter. Man nimmt an, dass der Ort um das Jahr 870 von Slawen bewohnt war. Im Jahre 1428 geht Dobraflava in die Herrschaft Güssing ein. 1605 wurde der Ort von Haiduken zerstört. Im Jahre 1698 gehörte Dobersdorf zur Pfarre Königsdorf-Zahling. 1779 begann man mit dem Bau einer Kapelle. 1830 wurde die heutige Kirche zu Ehren der Heimsuchung Mariens erbaut, 1871 das erste Schulgebäude errichtet.Infolge großer Überschwemmungen der Lafnitz wurde 1927 eine Damm gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Gemeinde mit dem Ausbau der Dorfstraßen und dem Bau einer Ortswasserleitung. Am 1. Jänner 1971 wurde die Gemeinde Dobersdorf mit der Gemeinde Rudersdorf zusammengelegt und bildet seither einen eigenen Ortsteil.

Bevölkerungsentwicklung



Bevölkerungsentwicklung seit 1869:1869 - 2.208; 1880 - 2.320; 1890 - 2.457; 1900 - 2.507; 1910 - 2.456; 1923 - 2.241; 1934 - 2.194; 1949 - 2.195; 1951 - 1.889; 1961 - 1.907; 1971 - 2.028; 1981 - 2.008; 1991 - 1.936; 2001 - 2.089; 2004 - 2.175

Politik



Bürgermeister ist Franz Eduard Tauss von der ÖVP. Die Mandatsverteilung (21 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 7, ÖVP 13, FPÖ 0, Grüne 1 und andere Listen 0 Mandate.

Wirtschaft und Infrastruktur



Im Ort gibt es zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe. Unter anderem findet man in Rudersdorf eine Niederlassung der Firma Sattler und die Firma Katzbeck, welche zugleich zu den größten Arbeitgebern der Region gehören.Rudersdorf liegt direkt an einer wichtigen Ost-West Verbindung der B319 welche die Südautobahn (A2) mit dem Grenzübergang Heiligenkreuz im Lafnitztal verbindet.Zur Verbesserung der Infrastruktur in der Region und zur Entlastung der Gemeinden in der Region plant die ASFINAG eine Schnellstraße von der Südautobahn zum Grenzübergang in Heiligenkreuz (Fürstenfelder Schnellstraße). Dieses Schnellstraßenprojekt ist allerdings bei der Bevölkerung sehr umstritten.


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