Österreichisches Wörterbuch



Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar, welche auf www.ostarrichi.org gesammelt werden.


Spompanadeln
, die
(unnütze) Spielereien ; Beispiel: Bundeskanzler Wolfgang Schüssel steigt immer noch in seinen alten Audi ein, der laut seiner Sprecherin auch "keine Spompanadeln eingebaut hat". [Die Presse 25.2.2002]

Sponsion
, die , - , -en
Feier zur Verleihung eines akademischen Titels ; Herkunft: lat. sponsio=Gelöbnis

sporadisch

hin und wieder, von Zeit zu Zeit

Spreißel
, das , -s , -
Holzspan

Spuckerl
, das , -s , -n
kleines, minderwertiges Auto oder Vehikel

Spundus

Angst ; Beispiel: Tatsache sei aber, dass die Kinder schon in der Schule "einen Spundus vor Mathematik und Physik haben". [Die Presse, 15.5.2006] ; Mein Vater fragte gerne spöttisch, "na, hast an Spundus?" wenn uns etwas unheimlich war ( finstere Höhle, fremdes Gasthaus) bzw. wenn er sich über die Angst von uns Kindern hinwegsetzte (im Gebirge einen windigen Grat entlang schreiten). Er verwendete auch die Bezeichnung "Jungspund", vielleicht ethymologisch verwandt: Heranwachsender (10 - 15-Jähriger), der sich verwegen oder tapfer in der Männerwelt versucht.

Staatsbürgerschaft
, die
Staatsangehörigkeit

stad

ruhig, leise

Stadel
, der , -s , -
Gebäude eines Bauernhofes in dem Heu usw. aufbewahrt wird

Stamperl
, das , -s , -n
Schnapsglas

Stamperl
, das , -s , -n
kleine Menge Schnaps

stampern

vertreiben, unhöflich wegbitten

Stanitzel

Tüte aus Papier

Stanitzel-Rauchfang
, der , -s , Umlaut + -e
Trichterschornstein, Kegelschornstein

stantapeda

sofort, unmittelbar; von stehenden Fußes ; Herkunft: lat. stante pede = stehenden Fußes

stanzen

stehlen


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.