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Sparsarg - Josephinischer Gemeindesarg, wiederverwendbares, an der Unterseite mit einer Klappe, durch welche die Toten in das Grab gelassen wurden, versehenes Sargmodell


Österreichisch :

Sparsarg

Deutsch :

Josephinischer Gemeindesarg, wiederverwendbares, an der Unterseite mit einer Klappe, durch welche die Toten in das Grab gelassen wurden, versehenes Sargmodell

 
Eingereicht von :anachoret ( Region : Wien 4.,Wieden)
Eingereicht am :2010-12-26 00:56:49
Verwendung :-
 
Kategorien : noch keine Kategorie
 
Aufrufe :82 mal
   



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Kommentare:

Aus dem Kuriositätenkabinett der Aufklärung: [ von anachoret am 2010-12-26 01:02:03 ]

http://alturl.com/p2h3a
@ Wertung: Dieses Portal ist kein Patentamt: [ von anachoret am 2010-12-26 13:05:44 ]

Der Punkt ist doch nicht, ob es sich bei der Sache um eine quasi österreichische Erfindung handelt , sondern ob der entsprechende Ausdruck "Sparsarg" ein Austriazismus ist. (Ganz abgesehen davon, dass ideengeschichtlich ein erheblicher Unterschied besteht, ob so ein Modell aus tatsächlichem Materialmangel, aus einer religiösen Vorstellung etc. geboren wird oder per Dekret aus dem Geist einer alle Lebensbereiche erfassenden Ökonomisierung verordnet wird.) Soweit ich sehe, ist das Wort in den 1960ern in diversen österreichischen Publikationen aufgetaucht und wird seither nahezu ausschließlich mit dem josephinischen Gemeindesarg in Verbindung gebracht. Das Wort "Gemeindesarg" hingegen ist im gesamten deutschsprachigen Raum verbreitet und auch die Einsparungsidee wurde damit (abgesehen von Überlegungen zur Prävention von Bestattungen Scheintoter) assoziiert. Christoph Wilhelm Hufeland, deutscher Arzt, 1808: "Spanien ist zwar in vieler Hinsicht ein Land voll Unkultur und Wahnglauben, aber beim Beerdigen der Verstorbenen geht man dort, wenigstens in Hinsicht auf Holzersparung, vernünftiger und vorurtheilsloser als in Deutschland zu Werke (...) hält jedes Kirchspiel in Spanien für alle verstorbene Erwachsene Einen öffentlichen Gemeinde=Sarg, der zu allen Begräbnissen der Erwachsenen dient.(...)Warum sollte der Tote nicht ebenso gut in bloßer Erde verfaulen können? Ist's nicht eine der unsinnigsten Holzverschwendungen, die man denken kann, mit jedem erwachsenen Sterbenden (sic!) 36 Fuß Bretter zu vernichten?"
Quelle: http://tinyurl.com/3x99sjj

lieber ´Anachoret´ [ von JoDo am 2010-12-27 19:07:24 ]
Bei aller inhaltlicher Übereinstimmung mit deiner Kritik möchte ich dennoch anmerken:
Wenn DAS kein Austriazismus ist, bitte, was dann?
Hoppala! [ von JoDo am 2010-12-27 19:10:21 ]
Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass Du Dein eigenes Wort den Bach hinunter schickst?
Lieber JoDo, [ von anachoret am 2010-12-27 21:30:20 ]

nein, weder den Bach hinunter, noch ins Grab hinab. Zusammenfassend meine Position:
1) Das Wort "Sparsarg" ist ein Austriazimus, vermutlich in den sparfreudigen 1960ern aufgekommen und bezeichnet m.E. fast ausschließlich den Josephinischen Gemeindesarg, nicht jede historisch verbürgte Form des Klappsargs und auch keine in diversen Baumärkten angebotenen Sargbausätze aus Pressspanplatten.
2) Die Sache selbst ist keine österreichische Erfindung. Dies zu bewerten, ist jedoch nicht Angelegenheit dieser Plattform.
3) Die im ganzen deutschsprachigen Raum verbreitete Bezeichnung dafür ist wohl Gemeindesarg, das Hufeland-Zitat war als historischer Beleg dafür gedacht.
O - anachoret! [ von JoDo am 2010-12-29 15:02:11 ]
Bitte halte mich über
... in diversen Baumärkten angebotene(n) Sargbausätze aus Pressspanplatten ...
auf dem Laufenden!
In Anbetracht des derzeitigen Sparbudgets und dessen Konsequenzen für die Zukunft werden wir uns wohl mit dem Gedanken der Selbstbestattung auseinanderzusetzten haben!
;-)
Hier ein Foto von solch einem Sparsarg. [ von Weibi am 2010-12-29 17:04:43 ]
http://www.unbekannteswien.at/archiv/11-98/themen/12/pop.html @JoDo: Selbstbestattung ist nichts neues, meine Oma hat jahrzehntelang darauf hingespart, mit Kapellenmusik und allem! Hatte so ne Art eigene Versicherung dafür, wo sie monatlich einzahlte. Ja, für ihre Generation war halt "a schene Leich" noch wichtig. Unsere Generation denkt sich vielleicht nur noch "hinter mir die Sintflut"!
Mohammedaner in Schinkenburg müsst man sein: [ von Koschutnig am 2010-12-29 17:14:09 ]
"Seit 1995 ist eine Beisetzung ohne Sarg im Leinentuch möglich. Bei muslimischen Beisetzungen wird keine Gebühr mehr für die Ausnahme von der Sargpflicht erhoben." (http://www.friedhof-hamburg.de/ohlsdorf/grabstaetten/auslaender.htm)

Beurteilungen:

2010-12-26 10:31:37(): Qualität=-2: Bekanntheit=-100%
   Seit dem Mittelalter in D auch bekannt, Beleg: Museum f. Sepulkralkultur Kassel, nicht typ. Ö
2010-12-27 19:03:59(Wien 18.,Währing): Qualität=2: Bekanntheit=100%
   ... bekannt - ja, verwendet - na ja ...
Sparsarg

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