Sozialpartnerschaft, große Koalition, konstruktive Gespräche, Intervention... [ von anachoret am 2010-02-28 14:02:16 ]
die fallweise mehr als zweifelhafte "österreichische Konsenskultur" findet ihren Ausdruck auch in typischen Redewendungen.
"Wie ging Hermann Leopoldi selbst mit diesen Zuschreibungen um, und wie knüpfte er nach dem Holocaust an seine Karriere als „Wiener Volkssänger“ an? Welche politischen und gesellschaftspolitischen Themen griff er nun in seinem Schaffen auf? Noch aus den USA auf Österreich blickend sang er sehr kritisch (nach dem Text Kurt Robitscheks, der ebenfalls jüdischer Herkunft war): „… Selbst für d’ roten Bolschewiken, haben wir schon den rechten Ton. Wir sagen einfach zum Herrn Stalin: ‚Hab die Ehre, Herr Baron!’
Wir wer’n keinen Richter brauchen … Uns’re Hemden tan ma wechseln und verkauf’n unser G’wand. Nur statt Arisch heißt’s Towarisch [russ. „Genosse“], Russenschand statt Rassenschand. An der schönen roten Donau wächst jetzt wiederum der Wein …“ Zurück in Österreich klingen solche Töne selten an, und das Politische muss sich auf „leichter verdauliche“ Themen wie in den „Wirtschaftwunderkindern“ beschränken."
Quelle: http://www.iehi.eu/index.php/projekte/hermann-leopoldi
"BM für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: (...)Es war ja nicht so, daß die Unternehmen seit dem Kartellgesetz 1988 kein Klagerecht gehabt hätten. Der Punkt ist nur, wenn Sie die österreichische Marktstrukturierung ansehen: Wer traut sich denn zu klagen? Zum anderen hat es immer geheißen,
wir werden schon keinen Richter brauchen. Daher wird lieber hundertmal interveniert."
Quelle: Nationalrat, XX.GP,165. Sitzung, Stenographisches Protokoll - http://www.parlament.gv.at/pd/steno/PG/DE/XX/NRSITZ/NRSITZ_00165/SEITE_0037.html
"Faymann: (...) Ich glaube aber, dass man Kärnten einbeziehen könnte. Wissen Sie, es ist aus meiner Sicht, wenn ein Bundesland noch nicht mitmacht bei einer Maßnahme, nicht der Verfassungsdienst zu beauftragen mit der großen rechtlichen Drohung. Ich bin oft in Kärnten und habe auch zur Kärntner Bevölkerung einen sehr guten Kontakt, und ich habe nicht das Gefühl, dass den Kärntnern die Mindestsicherung weniger wert ist als den Wienern. Und ich glaube, dass man hier mit Kärnten zu konstruktiven Gesprächen kommt und da den Verfassungsdienst nicht braucht. Wie sagt man so schön:
Da werden wir keinen Richter brauchen, und das gilt auch beim
Verfassungsdienst."
Quelle: http://www.oesta.gv.at/site/cob__33069/currentpage__11/6589/default.aspx?wai=true
Mir fehlt. [ von klaser am 2010-02-28 18:51:19 ]
die Aussprache zu diesem sehr guten EIntrag, weil das ja m:E. typischerweise jovial im Dialekt gesagt wird, auch wenn der Rest der Ansage in Schriftsprache erfolgt: Mia wean do kan Richta brauchn, oder so ähnlich.