Bildstöcke [ von Koschutnig am 2008-06-02 09:50:53 ]
(englisch: 'wayside shrines') sind in bes. großer Zahl in Kärnten (s. Wikipedia-Fotos), aber auch z.B. in Südtirol und Franken, Baden, Schwaben, Bayern anzutreffen (daher kein echter Austriazismus). Sie unterscheiden sich vom "Marterl" dadurch, dass sie in der Regel gemauert sind, immer relig. Malerei aufweisen und im Prinzip nicht an Unfälle erinnern. Sollte sich hingegen das 'Marterl' tatsächlich vom griech. 'martyros' herleiten, passt dessen Bedeutung 'Blutzeuge' bes. gut. Tiroler Marterltext für einen Schifahrer: "In fünf Minuten woara untn. / Ma hot ihn nocha goar nit gfundn." Nach Karl Springenschmid (NS-Lehrer, SS-Hauptsturmführer, 1946 steckbrieflich gesuchter Kriegsverbrecher), "Da lacht Tirol".
Im Hartmann ist zu lesen: [ von anachoret am 2010-03-03 13:28:52 ]
"
Bildstock , an heidnische Traditionen (Kultsäulen an Wegkreuzungen, s. a. * Hermen) anknüpfende christliche Andachtsstätten aus Holz oder Stein, wo * Kruzifixe, Bilder der Gottesmutter oder von Heiligen aufbewahrt werden.
Hölzerne Bildstöcke haben oft die Form eines überdachten Kreuzes, an dem das * Andachtsbild befestigt ist (* Urlauberkreuz). Gemauerte Bildstöcke sind in der Regel pfeilerartig, mit einem tabernakelförmigen Oberteil (Tabernakelpfeiler), der als Bildnische dient. In der Gotik wurden Bildstöcke mit kunstvollen Steinmetzarbeiten verziert. Barocke Bildstöcke weisen als Bekrönung häufig eine * Vesperbild-Gruppe auf. Eine Sonderform des Bildstockes stellen die so genannten * Marterln dar, die dem Gedenken an einen Toten gewidmet sind. In * Wallfahrtsstätten wurden vor allem im 19. Jh. aus Bein geschnitzte oder gedrechselte Bildstöcke "en miniatur", zur Erinnerung an die Wallfahrt und als Gegenstand persönlicher Andacht, feilgeboten. Zentrum ihrer Produktion war Berchtesgaden. Neben zahlreichen Bildstöcken waren früher auch kleine begehbare Sakralbauten häufig, so genannte * Kapellen, die zur Aufnahme von Heiligenbildern dienten."
Quelle:http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_1156.html
Zahlreiche Abbildungen aus Ö: http://www.sagen.at/fotos/showgallery.php/cat/539
Ein aus Holz und in der Funktion eines Marterls errichteter Bildstock aus dem Schwarzwald:
"Am Gasthaus „zum Wilden Mann" erinnerte bis Mitte des vergangenen Jahres ein
hölzerner Bildstock an den Verkehrsunfall von Alfred Feser (1963) und August Wehrle (1966). Seit 2001 hoffentlich nur zur Renovation entfernt."
Quelle:
http://www.freiburg-schwarzwald.de/littenweiler/wegekreuze.htm
Weitere Beispiele aus Deutschland:
"Der
Bildstock steht am Buschenweg, ca. 1500 m vom Ortsrand entfernt, an der sog. "Sandplatte"..."
Quelle: http://www.hgv-buergstadt.de/bildstock_am_buschenweg.html
Auf der Seite kann man zudem noch den "Bildstock Lukas Müller", den "Bildstock im Hessental" , den "Bildstock am Höckerlein" etc. bewundern....